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Z U S A M M E N F A S S U N G D E S J A H R E S B E R I C H T S 2 0 1 5

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Transparenz, Einfachheit und Fairness von Finanz-

produkten und -dienstleistungen für Verbraucher

im Binnenmarkt zu fördern. Die EBA analysierte

darüber hinaus das unkorrekte Verhalten von Fi-

nanzinstituten im Privatkundengeschäft, das nicht

nur Nachteile für die Verbraucher zur Folge haben,

sondern auch das Marktvertrauen, die Finanzstabi-

lität sowie die Integrität des Finanzsystems schwer

beeinträchtigen kann.

Die EBA erarbeitete verschiedene Regulierungs-

anforderungen für Produkte, die in ihren Aufga-

benbereich fallen, z. B. Hypotheken, Privatkredite,

Einlagen, Zahlungskonten, Zahlungsdienste und

elektronisches Geld. Bei Themen, die zwar für den

gesamten Bankensektor relevant sind, aber auch

auf die Versicherungs- und Investitionssektoren

zutreffen, arbeitete die EBA eng mit den beiden an-

deren europäischen Aufsichtsbehörden EIOPA und

ESMA zusammen. Im Folgenden sind einige Aktivi-

täten des Jahres 2015 aufgelistet.

ƒ

Im Juli 2015 veröffentlichte die EBA die Leitlinien

für die Beurteilung der Produktsicherheit sowie

Governance-Regelungen für Anbieter und Händ-

ler von Produkten für das Privatkundengeschäft.

Diese Leitlinien schaffen einen Rahmen für die

solide Gestaltung von und den verantwortungs-

vollen Handel mit Produkten durch Anbieter und

Händler.

ƒ

Im Dezember 2015 veröffentlichte die EBA ein

Konsultationspapier zu Leitlinienentwürfen für

Vergütungsgrundsätze und -praktiken. Mit diesen

Leitlinienentwürfen will die EBAmangelhafte Ver-

gütungsgrundsätze und -praktiken verändern, die

sie als Hauptantriebsfeder der missbräuchlichen

Verkaufspraktiken bei Produkten und Dienstleis-

tungen im Privatkundengeschäft identifiziert hat.

Die Leitlinienentwürfe schaffen einen Rahmen, in

dem Finanzinstitute Vergütungsgrundsätze und

-praktiken umsetzen können, die Anreize mit der

fairen Behandlung von Verbrauchern verbinden

und das Risiko von missbräuchlichen Verkaufs-

praktiken und daraus resultierenden Kosten für

Unternehmen verringern.

ƒ

Zusammen mit den Leitlinien zur Kreditwürdig-

keitsprüfung veröffentlichte die EBA im Juni 2015

im Einklang mit Artikel 28 der Hypothekarkre-

dit-Richtlinie die Leitlinien zu Zahlungsrückstän-

den und Zwangsvollstreckung. Die Leitlinien le-

gen Anforderungen in Bezug auf Grundsätze und

Praktiken zur Früherkennung und Bewältigung

von Zahlungsschwierigkeiten fest, u. a. Mitar-

beiterschulungen, Kommunikation mit Verbrau-

chern, Bereitstellung von Verbraucherinformati-

onen und -unterstützung, Lösungsverfahren und

Dokumentation von Beziehungen mit Verbrau-

chern und Aufbewahrung von Aufzeichnungen.

Die EBA erfüllte auch weiterhin ihr Mandat zur

Überwachung neuer und bestehender Finanzakti-

vitäten und trug zur Gewährleistung von sicheren,

einfachen und effizienten Massenzahlungen in der

EU bei. Im Februar 2015 veröffentlichte die EBA

eine Stellungnahme zu auf Darlehen beruhender

Crowd-Finanzierung, die an die Kommission, das

Parlament und den Rat gerichtet war. Die EBA legte

den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Bewertung von

Risiken für Marktteilnehmer und die Ursachen für

diese Risiken sowie das Ausmaß, in dem diese Ri-

siken im Rahmen bestehender Richtlinien und Ver-

ordnungen der EU bewältigt werden können. In der