Previous Page  8 / 24 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 8 / 24 Next Page
Page Background

D i e E u r o p ä i s c h e B a n k e n a u f s i c h t s b e h ö r d e

6

Die EBA überwacht darüber hinaus Trends bei der

Qualität der Aktiva in den EU-Ländern. Im Wirt-

schafts- und Finanzausschuss der EU sowie im Aus-

schuss für Finanzdienstleistungen hat die Behörde

Beiträge zu Diskussionen über notleidende Kredite

(non-performing loans – NPL) in Form von Analysen

der Verbindung zwischen Eigenkapitalkoeffizienten,

NPL-Quoten sowie der Bereitschaft der Banken zur

Kreditvergabe und den Veränderungen bei den Ge-

schäftsmodellen der Banken sowie deren Rentabili-

tät geleistet. 2015 hat sie die Leistungsberichte der

Banken in der EU sowohl intern als auch dem Rat

der Aufseher zur Verfügung gestellt, die basierend

auf den Quartalsergebnissen großer EU-Banken

granulare Daten einzelner Banken enthalten.

Im September 2015 veröffentlichte die EBA erst-

mals einen Bericht über die Reservierung von Ver-

mögenswerten der Banken, der nun jährlich auf der

Webseite der EBA veröffentlicht wird. Neben der

laufenden Berichterstattung leistete die EBA auch

Beiträge zu Ad-hoc-Studien. Anfang 2015 veröffent-

lichte die Behörde eine Studie zu den potenziellen

Auswirkungen regulatorischer Maßnahmen auf die

Geschäftsmodelle von Banken. Der Schwerpunkt

der Studie lag auf den möglichen Veränderungen,

die Banken im Zuge der Anpassungen ihrer Ge-

schäftsmodelle an die neuen regulatorischen An-

forderungen einführen müssen.

Im Jahr 2015 leistete die EBA zudem wesentliche

vorbereitende Arbeiten für den EU-weiten Stress-

test, der 2016 durchgeführt werden soll. Zentrale

Elemente dieses Stresstests wurden bereits im

Juli 2015 veröffentlicht; im November 2015 ver-

öffentlichte die EBA dann einen überarbeiteten

Entwurf eines Vermerks zur Stresstestmethode

zusammen mit den Entwürfen der Stresstestvorla-

gen. Die relevanten Interessenträger wurden aufge-

fordert, sich sowohl zur Methode als auch zu den

Vorlagen zu äußern.

In der zweiten Jahreshälfte 2015 führte die EBA

eine EU-weite Transparenzprüfung durch. Die Da-

ten, die von 105 Banken aus 21 Ländern der EU so-

wie Norwegen stammen, wurden am 24. November

2015 veröffentlicht. Die EBA veröffentlichte auf ihrer

Webseite eine umfangreiche Sammlung von indi-

viduellen Bankendaten zusammen mit einer Viel-

zahl von interaktiven Werkzeugen, um die Analyse

und Visualisierung der Ergebnisse zu vereinfachen.

Die Veröffentlichung wurde durch einen Bericht er-

gänzt, der eine Zusammenfassung der aggregierten

Ergebnisse der Prüfung enthält und einen Überblick

über die jüngsten Entwicklungen bei den Banken

der EU bietet.

Die Datenverarbeitung und -sammlung sowie die

Verfahren für die Prüfung 2015 stellten einen be-

deutenden Entwicklungsschritt dar, da die EBA sich

größtenteils auf die Informationen, die regelmäßig

im Rahmen der bankenaufsichtlichen Meldesyste-

me an sie übermittelt wurden, verließ (finanzielle

Berichterstattung (Finrep), gemeinsame Bericht-

erstattung (COREP)). Erstmals wurden Vorlagen

zentral von der EBA ausgefüllt und dann zur Über-

prüfung an Banken und Aufsichtsbehörden weiter-

geleitet. Im Rahmen dieses Verfahrens verarbeitete

und veröffentlichte die EBA bis zu 13 600 Daten-

punkte für jede betroffene Bank; dies belief sich auf

insgesamt 1,3 Millionen Datenpunkte, die in aggre-

gierter Form veröffentlicht wurden.

Im Jahr 2015 führte die EBA ihre Bewertung der

Säule-3-Berichte fort (wo Informationen gemäß

Teil 8 der CRR erforderlich sind), die 2014 ausge-

setzt wurde, um den Fokus auf die Erarbeitung von

Leitlinien zur Nutzung der Konzepte der Wesent-

lichkeit, der Vertraulichkeit und der proprietären

Natur von Informationen sowie der Häufigkeit von

Veröffentlichungen zu legen.

Im Juli 2015 veröffentlichte die EBA ihren Bericht

über makroprudenzielle Maßnahmen in der EU.

Ziel des Berichts war es, einen Überblick über die

verschiedenen Methoden, die von den EU-Mitglied-

staaten in Bezug auf die Vorschriften für makropru-

denzielle Maßnahmen gemäß CRR und CRD IV an-

gewendet werden, zu geben; ein Schwerpunkt liegt

hierbei auf der Interaktion von makroprudenziellen

und mikroprudenziellen Zielen und Werkzeugen.

Eine anderer zentraler Arbeitsbereich der EBA war

im Jahr 2015 die Sicherstellung der Datenqualität,

nachdem 2014 im Rahmen der Einführung neuer

Berichterstattungsstandards die Datensammlung

ausgeweitet wurde; so konnten vollständig harmo-

nisierte Informationen über Eigenmittel der Banken

(COREP) sowie Bilanzierungsdaten (Finrep) ge-

wonnen werden. 2015 wurden beträchtliche Mittel

aufgewendet, wodurch eine Reihe von Verbesse-

rungen erzielt werden konnte. Dazu zählen u. a. die

Umsetzung von mehr als 1 500 Validierungsregeln

in der Europäischen Aufsichtsplattform (European

supervisory platform – ESP) der EBA. Darüber hi-

naus wurde 2015 die Absichtserklärung zur Über-

mittlung von mikroprudenziellen Daten einzelner

Banken aktualisiert, was eine Erweiterung auf alle

zuständigen Behörden zur Folge hatte, die Daten zu

technischen Durchführungsstandards an die EBA

übermitteln.

Im Juli 2014 hat das „International Accounting

Standards Board“ den IFRS 9 – Finanzinstrumente

– veröffentlicht, der den seit 2005 in der EU gültigen

International Accounting Standard 39 ablöst. Der

IFRS 9 sieht grundlegende Änderungen der Art und

Weise vor, wie Finanzinstrumente bilanziert werden,

und daher ist eine umfassende Aktualisierung des

Berichtsrahmens für internationale Rechnungs-

legungsstandards (IFRS), der in den technischen

Durchführungsstandards über aufsichtliche Mel-

dungen (Finrep) enthalten ist, erforderlich. Auf-

grund der Bedeutung der frühen Einbeziehung der

Institute bei der Umsetzung von Änderungen im

Finrep-Berichtssystem hat die EBA im Dezember

2015 eine öffentliche Konsultation zu den vorge-

schlagenen Änderungen eingeleitet.

Schutz von Verbrauchern, Überwachung

von Finanzinnovationen und

Gewährleistung sicherer und effizienter

Zahlungsdienste in der EU

Im Jahr 2015 ergriff die EBA weitere Maßnahmen,

um den Verbraucherschutz zu verbessern und die