Previous Page  12 / 24 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 12 / 24 Next Page
Page Background

D i e E u r o p ä i s c h e B a n k e n a u f s i c h t s b e h ö r d e

10

Schlüsselbereiche für 2016

Im Jahr 2016 wird die EBA über eine bedeutende

Anzahl an Mandaten verfügen, um die Vollendung

des Regulierungsreformpakets sowie die Konsis-

tenz der Aufsichtspraktiken im EU-Bankensektor

sicherzustellen. Die Tätigkeiten in Bezug auf die

Verschuldungsquote, die Integration des Grund-

satzes der Verhältnismäßigkeit in EBA-Produkte

sowie die Überarbeitung des Säule-3-Rahmens im

EU-System gehören zu den Schlüsselbereichen für

das nächste Jahr. Die EBA wird in Bezug auf die-

se Ziele einige wichtige Regulierungsprodukte und

‑berichte vorschlagen.

Förderung eines einheitlichen

Ansatzes zur Kalibrierung

der Verschuldungsquote

Eine Kernfrage für die EBA im Jahr 2016 ist die Säu-

le-1-Migration der Verschuldungsquote und die zu

berücksichtigenden Mindestniveaus, insbesondere

in Bezug auf Geschäftsmodelle und Risikoprofile.

Eine beträchtliche Anzahl weiterer Aspekte muss

ebenfalls analysiert werden, etwa die Interaktion mit

den auf risikogewichteten Aktiva (RWA) basierenden

Kennzahlen und Liquiditätsanforderungen sowie die

Auswirkung auf diverse Segmente der Finanzmärk-

te. Zusätzlich zum Mandat für Geschäftsmodelle ist

die EBA ebenfalls beauftragt, unterschiedliche aus-

wirkungsbezogene Aspekte zu bewerten. Insbeson-

dere muss die Interaktion der Verschuldungsquote

mit den risikobasierten Eigenmittelanforderungen

und den Liquiditätsanforderungen bewertet werden.

Förderung des Rahmens für

das Kreditrisiko

Im Jahr 2016 wird die EBA über ihre regulatorische

Überprüfung des auf internen Ratings basierenden

(IRB) Ansatzes Bericht erstatten, insbesondere, um

die eingegangenen Antworten zum Diskussions-

papier über die Zukunft des IRB-Ansatzes und die

Überlegungen der EBA zusammenzufassen, wie die

zum Ausdruck gebrachten Ansichten der Befragten

am besten in ihre künftige Arbeit zu integrieren sind.

Zudem wird die EBA ihre Vorschläge in Bezug auf

den Fokus der regulatorischen Entwicklungen zu

Aspekten des IRB-Ansatzes, die eine harmonisier-

tere Anwendung innerhalb der CRR-Anforderungen

erfordern, sowie ihren vorgeschlagenen Zeitrahmen

für die Entwicklung von Regulierungsprodukten wie

technischen Standards und Leitlinien im Bereich

des IRB-Ansatzes erläutern. Das Hauptaugenmerk

der EBA wird auf Phase 2 ihrer IRB-Arbeit liegen,

die sich auf die Ausfalldefinition bezieht, sowie auf

Phase 3, die sich auf die Schätzung der Risikopa-

rameter sowie auf die Behandlung ausgefallener

Aktiva bezieht.

Überprüfung der Auswirkungen

der Verhältnismäßigkeit

In Anerkennung der Wichtigkeit eines Dialogs mit

den Interessenträgern, um konkrete Erkenntnis-

se und Nachweise zu gewinnen, hat die EBA am

3. Juli 2015 einen Workshop zur Verhältnismäßig-

keit organisiert. An dem Workshop nahmen über

130 Delegierte teil. Sie erörterten und untersuchten

Themen zur Verhältnismäßigkeit, einschließlich des

Punktes Verhältnismäßigkeit gegenüber Einfachheit

im Bankenregelwerk, der aktuellen Arbeitsschwer-

punkte zu Verhältnismäßigkeit und Einfachheit und

der Ansätze zur Wahrung der Verhältnismäßigkeit in

der Praxis. Im Jahr 2016 plant die EBA, weitere Fa-

cetten der Verhältnismäßigkeit und der Einfachheit

zu untersuchen und Gastgeber eines Rundtisches

mit zuständigen Behörden und der Branche zu sein,

um über ihre Arbeit zur Einbettung der Verhältnis-

mäßigkeit in ihre Regulierungsprodukte zu infor-

mieren.

Auflösung der Altlasten der EU

Die EBA wird weiterhin die Entwicklung notleiden-

der Kredite überwachen, indem sie regelmäßige

Aktualisierungen in ihrem „Risiko-Dashboard“ und

in Risikobewertungsberichten veröffentlicht und

möglicherweise Ad-hoc-Studien durchführt. Darü-

ber hinaus plant die EBA, eine Bestandsaufnahme

der länderspezifischen Abwicklungspraktiken für

notleidende Kredite vorzunehmen und dabei die all-

gemeinen Faktoren zu ermitteln, die die Abwicklung

notleidender Kredite behindern.