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D i e E u r o p ä i s c h e B a n k e n a u f s i c h t s b e h ö r d e

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Stellungnahme wurde die Richtlinie über Zahlungs-

dienste als der legislative Text der EU ermittelt, der

die größte Relevanz für auf Darlehen basierende

Crowd-Finanzierung hat.

Im Jahr 2015 verstärkte die Behörde ihre Bemü-

hungen im Hinblick auf die regulatorische und auf-

sichtliche Konvergenz im Zahlungsbereich. Das Ziel

der EBA ist es, sichere, einfache und effiziente Zah-

lungen in der EU sicherzustellen. Als ersten Schritt

veröffentlichte die EBA endgültige Leitlinien zur Si-

cherheit von Zahlungen über das Internet, die seit

dem 1. August 2015 Anwendung finden. Die EBA hat

zudem mit den Arbeiten zur Umsetzung der geän-

derten Fassung der Richtlinie über Zahlungsdienste

(PSD2) begonnen, die im Januar 2016 in Kraft getre-

ten ist und durch die die EBA mit der Aufgabe be-

traut wird, sechs technische Standards sowie fünf

Leitliniendokumente zu entwickeln.

Im Juni 2015 veröffentlichte die Behörde ihren

jährlichen Bericht über Verbrauchertrends, in dem

acht relevante Trends erläutert werden, die u. U.

die Grundlage für mögliche zukünftige Vorhaben

der EBA bilden könnten; dazu zählen Haushalts-

verschuldung; Transparenz und Vergleichbarkeit

von Bankgebühren; Innovation im Zahlungsbereich;

strukturierte Einlagen; kommerzielle Verkaufs-

praktiken und Vergütung sowie alternative Finanz-

dienstleistungsanbieter.

Internationales Engagement

Die EBA nimmt aktiv an Treffen des Basler Aus-

schusses für Bankenaufsicht, an einer Anzahl der

Treffen der Unterausschüsse des Basler Ausschus-

ses und einer Reihe von Facharbeitsgruppen und

Arbeitskreisen teil. Die Behörde trägt gegebenen-

falls zu der Ausarbeitung der Definition des Bas-

ler Ausschusses der Verschuldungsquote bei und

trug 2015 zur Überprüfung des Rahmens für das

Gesamtmarktrisiko – bekannt als die grundlegen-

de Überarbeitung des Handelsbuchs – sowie zur

Überarbeitung des Rahmens für die Anpassung der

Kreditbewertung bei. Darüber hinaus war die EBA

an der Arbeit des Basler Ausschusses in Bezug auf

eine Reihe von regulatorischen Initiativen beteiligt.

Wie in den Jahren zuvor hat die EBA aktiv an zent-

ralen Aktivitäten der Lenkungsgruppe „Abwicklung

des Rates für Finanzstabilität“ teilgenommen und

auch zu den Konsultationen des Rates für Finanz-

stabilität zur Finanzierung von Banken in Abwick-

lung beigetragen. Kürzlich trug die EBA auch zur

Arbeit der Gruppe für grenzüberschreitendes Kri-

senmanagement zur Kontinuität des Zugangs zu

den Infrastrukturen des Finanzmarktes sowie der

Gruppe für grenzüberschreitendes Krisenmanage-

ment in den neuen Finanzmarktinfrastrukturen bei.

Die EBA erarbeitete eine Leitlinie, um zuständige

Behörden bei der Zusammenstellung von Indika-

toren des Internationalen Währungsfonds (IMF) zur

finanziellen Solidität für beteiligte Banken mithilfe

von statistischen Parametern aus den technischen

Durchführungsstandards der EBA zu aufsichtlichen

Meldungen zu unterstützen.

Im Jahr 2015 wurde die Behörde beauftragt, einen

Bericht an die Kommission über die Anwendung

der CRD und CRR im Kontext der Zusammenarbeit

der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaa-

ten mit Drittländern zu überarbeiten, ihr vorzule-

gen und darin solche Bereiche im Hinblick auf die

grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den

Informationsaustausch zu ermitteln, die einer wei-

teren Ausarbeitung bedürfen. Die EBA kam zu dem

Schluss, dass es keine wesentlichen Bedenken gibt,

obwohl legislative Anpassungen im Bereich der

Gleichwertigkeitsbewertung als Bereiche ermittelt

wurden, die einer besseren Zusammenarbeit zugu-

tekommen könnten.

Um die konsistente Teilnahme von Aufsichtsbehör-

den aus Drittländern an Aufsichtskollegien zu för-

dern, veröffentlichte die EBA auf eigene Initiative hin

eine Empfehlung zur Gleichwertigkeit der Geheim-

haltungsbestimmungen von 29 Aufsichtsbehörden

aus 13 Drittländern. Die Empfehlung stellt einen

Schritt hin zu konsistenten Aufsichtspraktiken in der

EU dar, da alle zuständigen nationalen Behörden in

den Mitgliedstaaten sich darauf verständigt haben,

den Inhalt der Empfehlung umzusetzen, durch die

die Beteiligung von Drittländern an EU-Aufsichts-

kollegien harmonisiert wird.

Darüber hinaus antwortete die EBA 2015 auf die An-

frage der Kommission nach technischer Beratung

zur Gleichwertigkeit der rechtlichen und aufsichtli-

chen Regelung in bestimmten Drittländern. Im Jahr

2015 wurden die Ergebnisse der Bewertung der EBA

von sechs Drittländern in Form eines Berichts sowie

einer Stellungnahme der EBA zur Gleichwertigkeit

an die Kommission übermittelt. Darüber hinaus

wurde eine Absichtserklärung zwischen der EBA

und den Aufsichtsbehörden der Länder in Südost-

europa unterzeichnet, um einen Rahmen für Koope-

ration und Informationsaustausch zu schaffen.

Schließlich erarbeitete die EBA ein Kooperations-

rahmenabkommen mit zentralen Abwicklungsbe-

hörden an Orten mit wichtigen Finanzzentren, die

den Weg für die weitere Kooperation zwischen den

Aufsichts- und Abwicklungsbehörden in der EU und

den Amtskollegen aus den Drittstaaten ebnen sol-

len.

Arbeit an sektorübergreifenden Themen

Im Jahr 2015 beteiligte sich die EBA aktiv an der Ar-

beit des Gemeinsamen Ausschusses der Europäi-

schen Aufsichtsbehörden in den Schwerpunktberei-

chen, in denen eine Zusammenarbeit zwischen dem

Bankensektor und anderen Sektoren notwendig ist.

Die EBA arbeitete in mehreren Bereichen eng mit

dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken

(ESRB) zusammen, u. a. in Bezug auf den Plan zum

EU-weiten Stresstest 2016.